11.07.2024 ● JP
Social Recruiting Kontakte sammeln – Stolperfallen beim Datenschutz
Lead Ads, also das Sammeln von Kontakten durch bezahlte Werbungen in Sozialen Medien, sind eines der Recruitingtrends 2023. In der Theorie funktioniert diese Form des Social Recruitings ganz einfach. Erst eine schöne Anzeige auf Instagram oder Facebook gestalten, das passende Werbebudget und die Zielgruppe dafür auswählen und sobald jemand auf die Anzeige klickt, öffnet sich ein Formular, in dem sich potenzielle Bewerber:innen teils „binnen 30 Sekunden“ bewerben können.
Viele Anbieter am Job-Markt, die die technische Arbeit beim Sammeln der Daten übernehmen, locken die Personalabteilungen mit vollmundigen Versprechen wie beispielsweise „garantierten Leads“, die dann an die buchenden Unternehmen weitergeleitet werden. Bei den attraktiven Werbebotschaften bleibt eines dann aber hin und wieder auf der Strecke: der Datenschutz.
Dieses Social Recruiting ist rechtlich sauber
Social Recruiting und Lead Ads: In der Praxis kommt es immer wieder zu Datenschutzverletzungen
„Leider kommt es in der Praxis aufgrund mangelnder Sicherheitsmaßnahmen und unklarer Beauftragungen zu Datenschutzverletzungen“, sagt Thomas Forster, Jurist der Firma „datenschutz süd“ in Würzburg. Er prüfte im Detail das neue Social Recruiting-Produkt des Karriereportals jobs.mainpost.de auf seinen Datenschutz, um später bösen Überraschungen vorzubeugen. Seine Kernbotschaft lautet: „Insbesondere ist bei der Auswahl eines Dienstleisters auf eine konkrete Definition und Abgrenzung (…) zu achten.“ Denn bei nicht ausreichenden Datenschutzmaßnahmen drohen Bußgelder.
Vorsicht, wenn mehrere Akteure bei Social Media Kampagnen involviert sind
Generell gilt – auch bei Anzeigen auf Social Media – ein allgemeines Verbot des Erhebens von Daten ohne Rechtsgrundlage. Wer seine Daten abgibt, muss über die beabsichtigte Datenverarbeitung informiert werden und in bestimmten Fällen ausdrücklich zustimmen. Das passiert bei Social Media Ads. Achtung jedoch, wenn es ein Zusammenspiel mehrerer Akteure gibt, beispielsweise wenn das Einbuchen und das Sammeln der Daten eine Agentur übernimmt und die Daten dann an das Unternehmen auf Personalsuche weitergibt. „Hier ist darauf zu achten, dass etwaige beteiligte Unternehmen die nach deren jeweiliger Rolle korrekten datenschutzrechtlichen Verpflichtungen einhalten.“ Bei sogenannten „Auftragserarbeitungen“ brauche es beispielsweise definierte „technisch-organisatorische Sicherheitsmaßnahmen“, die zwischen den an der Recruiting-Kampagne beteiligten Unternehmen getroffen werden müssen.
Stolperfallen beim Datenschutz und Social Recruiting im Überblick:
- Ziele und Zwecke von Formularen beim Social Recruiting bestimmen, wie der zulässige Rahmen der Datenverarbeitung aussehen muss
- Formulare von Lead Ads brauchen Einwilligungserklärungen, die außerhalb der AGB oder Nutzungsbedingungen erfolgen müssen
- Bei mehreren Parteien müssen datenschutzrechtliche Vereinbarungen zwischen den einzelnen Unternehmen geschlossen werden
- Bewerbungsformular muss dem „gesetzlichen Leitbild zur Begründung eines Arbeitsverhältnisses“ entsprechen, um Daten sammeln zu dürfen
Die Mediengruppe Main-Post hat mit ihrer „Recruiting Ad“ eine rechtlich saubere Möglichkeit geschaffen, Lead Ads auf Sozialen Medien wie Instagram und Facebook einzusetzen – und das kostengünstig für unter 800 Euro!
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