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So finden Sie den richtigen Job

Die richtige Arbeitsstelle zu finden, ist nicht ganz einfach. Die Aufgabe soll passen, die Kollegen und schließlich spielt das Gehalt eine Rolle. Wir verraten Ihnen, wie Sie garantiert den passenden Job für sich finden.
Veröffentlicht am 07.03.2019

So finden Sie garantiert den richtigen JobGettyimages/SIphotography

„Auf an die Arbeit!“ Früher oder später ist es bei jedem soweit. Entweder befindet man sich noch am Anfang seiner Karriere und hat gerade Schule oder Studium hinter sich gebracht. Oder man ist mit seinem aktuellen Job nicht mehr zufrieden und schaut sich nach Neuem um.

In beiden Situationen stellt sich die gleiche Frage: „Wie finde ich den richtigen Job für mich?“

Im Folgenden haben wir Fragen zusammengestellt, mit deren Beantwortung Sie den Job finden können, der Sie glücklich machen wird und in dem Sie eine Karriere starten können.

  1. Was kann ich und was ist mir wichtig?

Die Suche nach einem (neuen) Arbeitgeber fängt bei Ihnen an. Zunächst sollten Sie sich darüber klar werden, welche Fähigkeiten Sie für Ihre berufliche Karriere mitbringen. Was liegt Ihnen gut? Haben Sie Talente oder Fähigkeiten, die Sie auszeichnen? Vielleicht können Sie ja gut mit Zahlen umgehen oder haben großen Spaß daran, Veranstaltungen zu organisieren. Schreiben Sie diese Dinge auf und wägen Sie ab, ob Ihnen diese Talente auch Spaß machen. Berücksichtigen Sie nicht nur Ihre professionellen, sondern auch Ihre privaten Fähigkeiten.

Da es vielen Leuten schwer fällt, die eigenen Vorzüge zu erkennen, ist es hilfreich, Freunde und Familie mit in den Findungsprozess mit einzubinden.

Inga Schüll hat als Berufsberaterin bei der Bundesagentur für Arbeit täglich mit Arbeitssuchenden zu tun. Sie weiß: "Beim Berufseinstieg oder der Jobsuche sollte zuerst klar sein, welcher Berufsbereich in Betracht kommt. Anschließend sollten die Schritte festgelegt werden, um ans Ziel zu gelangen. Ich erlebe es oft, dass Menschen sich fix an Schul- und Bildungsabschlüsse klammern, ohne eine Vorstellung davon zu haben, was später in der Arbeitswelt auf sie zukommt und ob das alles in ihre Lebensplanung passt".

 

  1. Wie sieht der „perfekte“ Arbeitgeber für meine Karriere aus?

Bei diesem Schritt gilt es auf Grundlage Ihrer Talente und Fähigkeiten Ihren „Wunscharbeitgeber“ zu skizzieren. Dabei müssen zunächst die Rahmenbedingungen formuliert werden, die für Sie erfüllt werden müssen:

Wie viel Geld benötigen Sie, um Ihren Lebensunterhalt zu bestreiten? Wie sehen Ihre Familien- und/oder Baupläne in den kommenden Jahren aus? Sind Sie lokal gebunden oder käme auch in Umzug in Frage? Die Antworten auf all diese Fragen, grenzen die Auswahl an Jobangeboten enorm ein.

Neben den sachlichen Gegebenheiten sind die emotionalen Rahmenbedingungen enorm wichtig. So sollten Sie sich darüber klar werden ob Sie im Team oder lieber selbstständig arbeiten wollen. Suchen Sie nach einem Arbeitgeber mit flachen Hierarchien oder möchten Sie nach klaren Anweisungen arbeiten? Liegt Ihnen die Arbeit mit Menschen oder können Sie besser mit Zahlen umgehen? All diese Faktoren grenzen die Auswahl an potenziellen Arbeitgebern noch weiter ein.

Sollten Sie momentan über einen Wechsel des Arbeitgebers nachdenken, machen Sie sich vorher ausgiebig darüber Gedanken. Denn ein zu überstürztes Handeln kann weitrechende Folgen haben. Auch Arbeitsvermittler Andreas Backmund weiß: „Die Gründe für einen Jobwechsel sollten einem bewusst und transparent sein. Eine Kündigung sollte niemals aus dem Bauch heraus erfolgen. Kündigt jemand, da er im bisherigen Job unzufrieden ist, sollte klar sein, was sich im neuen Job konkret ändern muss. Oftmals hilft ein Gespräch mit dem bisherigen Arbeitgeber, um eine Änderung der Verhältnisse herbeizuführen.

In der derzeitigen Arbeitsmarktverfassung kann es sich kein Arbeitgeber erlauben, Fachkräfte leichtfertig ziehen zu lassen. Sollten sich trotz aller Überlegungen dennoch die Wege trennen, so ist es ratsam, im Guten auseinanderzugehen.“ Vermeiden Sie also ein zu impulsives Verhalten und geben Sie Ihrem Vorgesetzten die Möglichkeit, etwas an der momentanen Situation zu ändern. 

Zudem rät Backmund bei einem möglichen Arbeitsplatzwechsel im Voraus unbedingt eine Risikobewertung vorzunehmen. Dabei sollten Sie sich die Fragen stellen welche Konsequenzen ein Wechsel schlimmstenfalls mit sich bringt und was kann er bestenfalls bewirken?

  1. Welche Stellen kommen für mich infrage?

Nachdem Sie die Anforderungen an Ihren Wunscharbeitgeber formuliert haben, sollten Sie sich darüber informieren, welche Branchen am ehesten diesen Anforderungen entsprechen. Egal ob Industrie, Handwerk oder Dienstleistungssektor – Webseiten von Branchenverbänden oder Infoportale von Bund und Ländern, bieten  wichtige Informationen über die jeweiligen Arbeitsgebiete.

Auch die Bundesagentur für Arbeit hat auf ihrer Seite Ausbildungs- und Tätigkeitsbeschreibungen zusammengefasst. Hier finden Sie eine Übersicht der Aufgabengebiete und Voraussetzungen für bestimmte Jobs. "Die Agentur für Arbeit bringt Menschen und Arbeit zusammen. Diese kostenfreie Dienstleistung kann jederzeit und von jedermann in Anspruch genommen werden. Ganz gleich ob es um eine Ausbildungsstelle oder einen Arbeitsplatz geht“, weiß Andreas Backmund.

Wer eine noch aktivere Karriere-Unterstützung von Seiten der Arbeitsagentur wünscht, für den hat Backmund einen weiteren Tipp: „Neben den Beratungsangeboten, gibt es auch Karrierecoaches, die die Arbeitsplatzsuche unterstützen. In der Regel wird dafür ein Honorar fällig.“

Den besten und vor allem realistischsten Einblick in eine Branche erhalten Sie, wenn Sie mit Personen sprechen, die in diesem Bereich tätig sind. Schauen Sie sich mal in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis um und sprechen Sie entsprechende Personen an. Durch Gespräche können Sie zum einen herausfinden, welche Stellen zu Ihren Stärken passen könnten und zum anderen Details aus der Branche erfragen.

Wie sehen Arbeitsabläufe aus, was sind die Jobabsichten und wie hoch sind die Gehälter in bestimmten Positionen? All das können Sie am besten von einem „Insider“ erfahren. Auch Jobmessen, die in vielen Städten regelmäßig veranstaltet werden, können eine Möglichkeit sein, Informationen zu Unternehmen und Jobangeboten zu erhalten.

Sollten Sie noch Berufsanfänger sein, ist es sinnvoll, ein Praktikum in potenziellen Unternehmen zu machen. So bekommen Sie nicht nur einen Einblick in die Aufgaben der Branche, sondern in die konkreten Arbeitsweisen und Hierarchien eines Unternehmens. Schaden wird ein Praktikum auf jeden Fall nie. Entweder wissen Sie danach, dass der Arbeitgeber Ihren Erwartungen entspricht oder Sie wissen im schlechtesten Fall, wo Sie definitiv nicht landen möchten. Die gesammelten Erfahrungen, können Ihnen bei zukünftigen Bewerbungen zudem Vorteile vor Mitbewerbern ohne jegliche Erfahrung verschaffen.

So sieht das auch Jennifer Dreier, Studien- und Berufsberaterin: "Ein richtiger Job sollte Spaß oder Freude machen und gefallen. Schüler sollten die Ferien nutzen und durch Praktika die Jobs hautnah erleben. Ich habe noch keinen Schüler kennen gelernt, der zu viele Praktika absolviert hat!"

Weiterbildungen in bestimmten Bereichen können die Erfolgschancen bei Bewerbungen verbessern. "Bei der Berufswahl sollten neben der persönlichen Eignung und den Interessen die Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im anvisierten Berufsfeld in die Entscheidungsfindung mit einfließen. Weiterbildungen ermöglichen es, sich nicht nur finanziell zu verbessern, sondern auch die zukünftigen Anforderungen am Arbeitsmarkt zu meistern. Nicht zuletzt werden dadurch breite Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnet", so Ralf Streller, Leiter der Berufsberatung.

 

  1. Wie komme ich am besten an meinen Traumjob?

Nach all der geleisteten Vorarbeit gilt es jetzt, Nägel mit Köpfen zu machen. Also nichts wie ran an die Recherche.

Beschränken Sie sich bei der Suche nach Stellenausschreibungen nicht auf Zeitungsinserate und Ausschreibungen im Internet. Denn zwei von drei Stellen werden nicht offiziell ausgeschrieben, sondern auf anderem Weg vergeben. Unternehmen stellen am liebsten Personen ein, die sie entweder kennen oder die ihnen empfohlen wurden. Scheuen Sie sich also nicht ihr soziales Netzwerk zu nutzen und für potenzielle Arbeitgeber sichtbar zu werden.

Besuchen Sie dafür Branchenveranstaltungen, Messen oder Vorträge auf denen Ihr Wunschunternehmen vertreten ist und sprechen Sie dort die Referenten direkt an. Diese können Ihnen unter Umständen konkrete Ansprechpartner nennen und Detailinformationen zu Stellen im Unternehmen geben. Lassen Sie sich außerdem die Visitenkarte von Mitarbeitern geben. Diesen Kontakt  können Sie super als Aufhänger bei einer Bewerbung nutzen.

Andreas Backmund von der Bundesagentur für Arbeit rät zudem: „Wer mit einem Stellenwechsel liebäugelt, sollte regelmäßig die Inhalte von Stellenangeboten diverser Jobbörsen auswerten. Man erhält dadurch einen guten Überblick darüber, was gefragt ist, was passen könnte und was gegebenenfalls bei den eigenen Kenntnissen noch fehlt.“

In vielen Branchen kann es der Karriere dienlich sein, Networking-Portale wie XING oder LinkedIn zu nutzen. Hier können Sie Ihre bisherigen Erfahrungen und Ausbildungsstationen auflisten und Angaben machen, nach was Sie suchen. Je ausführlicher die Informationen auf Ihrem Profil sind, desto größer die Chance von sogenannten „Headhuntern“ gefunden zu werden.

Was im ersten Moment nach einem Western klingt, in denen Kopfgeld auf Ganoven ausgesetzt ist, hat in Wirklichkeit mit der Jobsuche zu tun. Diese „Kopfjäger“ werden von einigen Unternehmen eingesetzt, um nach neuen Arbeitnehmern zu suchen. Ja, richtig gehört. Auch Unternehmen machen sich aktiv auf die Suche nach neuen Mitarbeitern. Mit etwas Glück und einem passenden Profil kann es also gut sein, dass Sie von einem Headhunter angeschrieben und Ihnen eine mögliche Stelle angeboten wird.

Wir drücken Ihnen die Daumen für Ihre Suche nach Ihrem Wunsch-Arbeitgeber! 

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