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Zuschuss statt Gehaltserhöhung - Wie Sie mit steuerfreien Extras ihr Gehalt aufbessern

Mehr Gehalt? Klar, das will Jeder. Aber oft muss um ein paar Euro netto mehr viel verhandelt werden. Dabei gibt es lohnende Alternativen, die auch beim Chef gut ankommen und steuerfrei sind.
Veröffentlicht am 25.02.2019

Zuschuss statt Gehalt
Foto: Getty Images/Khosrork

Mehr Gehalt? Klar, das will Jeder. Aber oft muss um ein paar Euro netto mehr viel verhandelt werden. Dabei gibt es lohnende Alternativen, die auch beim Chef gut ankommen.

Wie wäre es zum Beispiel wenn die Firma statt einer Gehaltserhöhung (von der ja wieder die Steuern abgehen) stattdessen Tankgutscheine oder gleich einen Dienstwagen (oder Dienst-E-Bike) stellt, die Mitgliedschaft im Fitnessclub oder die Kita-Gebühr für den Nachwuchs bezahlt. Die Palette von steuer- und abgabenfreien Möglichkeiten ist durchaus größer, als viele das glauben. Oft können Betreibe ihren Mitarbeitern mit kleinen, aber völlig legalen Tricks und Benefits schnell mehrere hundert Euro im Jahr offerieren. 

Vor allem aber für die Beschäftigten lohnen sich die Extras. Von lupenreinen Gehaltserhöhungen bleibt nach Abzug der Steuern und Abgaben ja ohnehin nur rund die Hälfte übrig. Extras können dagegen oft steuerfrei kassiert werden

Bis zu 600 Euro im Jahr darf die Firma etwa steuerfrei für kurzfristige Betreuung von Kindern bis 14 Jahre oder pflegebedürftigen Angehörigen drauflegen. Auch Zuschüsse für die Gasrechnung, den Bus zur Arbeit, den Hort oder den Ernährungskurs sind Optionen. Selbst über Essenszuschüsse oder das Zahlen des Friseurs kann geredet werden. Außerdem können Mitarbeiter Zuschüsse für ihr Internet zu Hause erhalten oder für die Tagesmutter, für einen Anti-Stress-Kurs, ein neues Handy oder Tablett.

Allerdings: Der Verzicht auf eine Gehaltserhöhung sollte keine Dauerlösung sein, denn wer jahrelang deutlich weniger in die gesetzlichen Sozialversicherungssysteme einzahlt, bekommt  das eventuell bei Arbeitslosigkeit und im Rentenalter zu spüren, weil er weniger „raus bekommt“. Zudem sinkt der Anspruch auf Krankentagegeld.

Aber: Einige steuerfreie Extras sind durchaus interessant und rechnen sich: Beispiel:  Für Sachleistungen wie Tank-Bons oder das Jobticket für öffentliche Verkehrsmittel darf der Chef pro Monat und Mitarbeiter 44 Euro ausgeben. Um auf den gleichen Wert zu kommen, müsste der Beschäftigte beim Gehaltspoker etwa 100 Euro mehr brutto rausholen.

Aber: Eine Sachleistung gibt es nur einmal im Monat. Tanken plus Friseur geht nicht. Zusätzlich noch 21 Euro extra sind dagegen erlaubt, wenn der Mitarbeiter für die Firma Reklame fährt und sich einen Werbeaufkleber ans Auto klebt. Große Unternehmen können auch Aktionen als Option anbieten.

Wie überall gilt: Man muss sich trauen. Oft sind Chefs für Extras offener als für eine Gehaltserhöhung. Und unterm Strich bliebt dem Arbeitnehmer in vielen Fällen mehr, als ein oder zweihundert Euro brutto mehr auf der Gehaltsabrechnung.